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Feuerwehr vergaß das Brandlöschen!

0160/94182455 0160-94182455 016094182455
Musiker
Wilfried Weege
Telefon:01 60/94 18 24 55
Website:www.trompeter-bernau.de

Trompete und Leierkasten

Stand: Dezember 2018

An sich ist die Feuerwehr zum Brandlöschen da. Doch mitunter kommt es vor, dass es bei den Kameraden heiß hergeht und unvorher­gesehene Funken fliegen!

Im Fall von Wilfried Weege, dem langjährigen Leiter vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bernau, war dabei wohl ein Dritter im Spiel, nämlich Liebesgott Amor. Und so kam es, dass der bekannte Musiker und Heike Scheel zum Paar wurden. Glück­licherweise war damals keiner der Floriansjünger da, um das Feuer vorschriftsgemäß sofort zu löschen. Und das obwohl Bruder Jürgen Scheel und Vater Horst Scheel beide Wehrführer waren!

Heißes Feuer, kalte Fluten
So glimmt es nun bereits seit 22 Jahren Tag für Tag im Eigenheim an der Rollenhagenstraße. Das ist umso erstaun­licher wenn man weiß, dass Wilfried Weege kaltes Nass liebt, das für ein Feuer ja normalerweise weniger gut ist: „Ich bin Eisbader im Liepnitzsee und schwimme jeden Tag eine Runde, egal, ob das Wasser wärmer oder kühler ist“, verblüfft er.

Musiker, die nicht durften
Wilfried Weege, heute vielen als Stadtoriginal und Leier­kastenmann bekannt, ist ein Musiker, der in sich viele Wege vereint und gerne Neues wagt.
Das führt er auf seine Gene als Sprössling einer kreativen Familie zurück, die leider stets durch die Umstände an der Ausübung ihres Talents gehindert wurde. So verweist der mittlerweile 62-jährige Ur-Bernauer und Vater zweier Söhne gerne auf das Militärhorn von Opa Ernst Weege: „Auf einem Foto von 1905 sieht man ihn damit mit anderen Reservisten. Er hat dann wohl vergessen, das Horn wieder bei der Kleiderkammer abzugeben.“

Unglück in der Ostsee
Zu einer Musikerkarriere brachte er es trotzdem nicht. Ebenso erging es Willi Weege: „Er hatte großes Talent, spielte Geige. Leider ertrank er in frühen Jahren in der Ostsee. Dessen Bruder, mein Vater Ernst Weege, war gerne mit der Ziehharmonika unterwegs. Damit sorgte er für Stimmung und das sogar im Kriegsgefangenenlager in Texas.“
Dahin war er verfrachtet worden, nachdem er als Soldat unter „Wüstenfuchs“ Erwin Rommel in Afrika als Kriegsgefangener festgenommen worden war.
Zurück in Bernau galt es, die Landwirtschaft fortzuführen, die damals in der Grünstraße in der Altstadt war, bevor diese den DDR-Neubauten größtenteils weichen musste.

Trompete als Geschenk
„Er brachte eines Tages eine Trompete mit, die ich sofort näher untersuchte“, erinnert sich Wilfried Weege. Seine ersten Versuche wurden von der Kantorin der St. Marien Kirche unterstützt, wo er im Chor sang.
Sein Talent und ein engagierter Lehrer brachten ihn 1971 schließlich an die „Spezialschule für Musik der Deutschen Hochschule für Musik“.
Von dort ging es für den begabten Bernauer nahtlos an die „Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin“.
Hier setzte sich die atemberaubende Karriere fort: „Ich wurde mit gerade mal 20 Jahren vom Hörsaal aus für das ‚Erich Weinert Ensemble’ engagiert, das damals als Teil der NVA besonders gut ausgestattet war.“
Es galt als wichtiges Sprungbrett. „Dadurch hatten wir viele Tourneen und Auslandsaufenthalte, wodurch ich sogar bis nach China kam“, so Wilfried Weege.
Klar, dass er keinen Moment zögerte, den Vertrag zu unterschreiben. „Eigentlich wollten die ursprünglich einen meiner Kommilitonen verpflichten, aber der war ausgerechnet an diesem Tag nicht da. Er hatte wohl die Nacht zuvor zuviel gefeiert.“

Im Bett mit Affe Toni
Der Bernauer trat häufig für Rundfunkaufnahmen und in den großen Musiktheatern auf, wo er oft als Solotrompeter gefragt war. Er erinnert sich an die Staatskapelle und an die Komische Oper.
Nach der Wende wurde er vom Luftwaffenorchester der Bundeswehr in Gatow nahtlos übernommen.
„Ich hatte damit einen sicheren Beamtenstatus.“ Doch ein Auftrag zum Instrumentenkauf auf einer Messe in Frankfurt am Main sorgte dafür, dass Wilfried Weege unversehens radikal mit allen Sicherheiten brach und neue Wege ging: „Ich hatte eine Drehorgel gesehen und wusste, das will ich jetzt machen.“ Mit dabei ist immer Affe Toni, allerdings nicht in „echt“ sondern als Plüschtier. „Bei Auswärtskonzerten nehme ich immer ein Doppelzimmer. Dann liegt Toni neben mir im eigenen Bett!“

Allein unter Pferden
Mit seinem neuen Instrument begeistert Trompeten-As Wilfried Weege in Bernau ebenso wie deutschlandweit. „Ich habe über 200 Lieder parat“, strahlt er. Seine bäuerliche Vergangenheit hält ihn dabei fest im Griff: „Ich trete regelmäßig für die Titanenshow der ‚Ostsee Quadrille’ auf. Da bin ich dann als Leierkastenmann inmitten von massigen Kaltblutpferden, die von hübschen Frauen dirigiert werden. Damit trete ich in der Brandenburghalle in Paaren Glien auf. Ein anderes Mal war ich in der Max-Schmeling-Halle als Solist vor tausenden von Zuschauern.“
Sein Wissen als Trompeter gibt er an der Musikschule weiter: „Das ist keine Arbeit für mich. Hier werde ich im Prinzip fürs Üben noch bezahlt, denn ein Trompeter muss darauf achten, dass seine Lippenmuskeln fit bleiben!“
Schließlich braucht er diese fast rund um die Uhr: Für die Trompete, beim Singen zur Leierkastenmusik und natürlich, um immer mit seinen Mit­menschen im Gespräch zu bleiben!