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Kleines Mädchen ganz groß: Zwölfjährige auf dem Weg zur Elite-Sportkarriere

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Sportlerin
Amelie de Beer
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Sprung an die Spitze

Stand: Dezember 2021

Wenn es echt schnell gehen muss, haben Europäerinnen im Weltvergleich häufig das Nachsehen.

Ein kleines Mädchen aus Bernau möchte dies gerne ändern. Die heute zwölfjährige Amelie de Beer hat sich vorgenommen, durch Geschwindigkeit international für Aufsehen zu sorgen.
„Mein Traum wäre Olympia“, zeigt sie Selbstbewusstsein. Allerdings kann sie das fundiert untermauern. Sie ließ sich im zarten Alter von vier Jahren vom Bewegungsdrang des vier Jahre älteren Bruders Marlon de Beer anstecken. „Er hat sich erst im Fußball erprobt und ist dann bei der Leichtathletik gelandet. Amelie war häufig dabei, wenn wir ihn zum Training brachten. Sie wollte unbedingt mitmachen. Anfänglich lief sie einfach so mit“, staunt Mutter Alexandra de Beer über den Werdegang.

Ostsee-Gold
Lutz Sachse, Vereinschef der „SG Empor Niederbarnim“, erkannte schnell das Talent und nahm das kleine Mädchen als Trainer unter seine Fittiche. Schon mit sechs Jahren errang sie die ersten Goldmedaillen bei den Kreismeisterschaften auf der 50-Meter-Bahn: „Oft gab es in meiner Altersklasse keine Wettkampfmöglichkeiten. Also lief ich bei den Achtjährigen mit“, schildert sie. Erst zwei Jahre später konnte sie in ihrer Altersklasse beim 15. Ostseepokal in Rostock antreten.
Auf Anhieb gewann sie 2017 den Ostseepokal für ihren Weitsprung auf 3,92 Meter. Zudem siegte sie im Sprint. „Im Ballwurf und beim 800-Meter-Lauf reichte es nur für Silber“, denkt sie zurück.
Vier Monate später erreichte sie mit 4,03 Meter einen beachtlichen persönlichen Rekord im Weitsprung. In diesem Jahr wurde Amelie de Beer für ihre Leistungen bei der 12. Barnimer Sportgala zur Sportlerin des Jahres gewählt.

Mutter als Vorbild?
„Ich absolviere im Jahr etwa 30 Wettkämpfe“, zählt sie auf. Bei den Landesmeisterschaften 2021 war sie ebenfalls wieder sehr erfolgreich. Erstmals übersprang sie die 5-Meter-Marke. 5,03 Meter ist nun ihr neuer Weitsprung-Rekord. Zu den Ausscheidungen bringen sie die Eltern Alexandra de Beer und Vater Patrick de Beer.
„Die Kosten dafür bezahlen wir selbst“, erklären die Buchhalterin und der Aufzugmonteur. Mit ihrem unbremsbaren Faible für Schnelligkeit und Bewegung macht Amelie de Beer den Traum wahr, der ihrer Mutter versagt blieb. Diese war eine Leichtathletik-Hoffnung der DDR. Die Weichen für die Sportschule waren bereits gestellt. Doch dann der Schock: „Bei einer ärztlichen Untersuchung fand man heraus, dass ich einen Gleitwirbel habe. Jeder Sprung könnte zu einer Querschnittslähmung führen.“ Die Karriere war mit zwölf Jahren zu Ende!

Energie und Köpfchen
Amelie de Beer hatte übrigens ebenfalls schon die Einladung auf die Sportschule in Potsdam in der Tasche. Doch hier schreckte die Entfernung von zu Hause. „Ich würde dann meine Freunde und Familie nur noch selten sehen.“ Nun besucht sie die 7. Klasse vom Barnim-Gymnasium. „Meine Lieblingsfächer sind Mathe und Sport. Ich habe aber in allen Fächern gute Noten“, zeigt sie, dass eine aufstrebende Elitesportlerin durchaus Köpfchen haben kann. Bei dreimal wöchentlichem Training bleibt wenig Zeit für weitere Hobbys. Allerdings, Tanzen lässt sie sich nicht nehmen. Sie hat sich im Schatten von Bruder Marlon de Beer für Hip-Hop entschieden. So waren sie bei der Schulabschlussparty zusammen zu erleben und planen weitere Auftritte. Dabei behält Goldmädchen Amelie de Beer ihr großes Ziel, Olympia als Sprinterin zu erreichen, fest im Auge. Mal sehen, ob mit ihr doch einmal eine weiße Europäerin zum Zuge kommt!

Erstellt: 2021