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Mama rund ums Jahr auf Eiersuche: Arme Tiere?

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Stadttaubenhilfe Bernau
Susanne Hegewald
Telefon:01 51/50 32 40 95

Diebische Taubenmama

Stand: Dezember 2021

Tierschutz per Eierklau? Darauf hat sich ausgerechnet Bernaus Taubenmama spezialisiert!

Die attraktive Susanne Hegewald ist jeden Tag am Bahnhofsvorplatz von Bernau zu erleben. Hier verwöhnt sie die sofort anschwärmenden Tauben mit Körnerfutter.
Während diese noch ihr Mahl genießen, schwirrt die Taubenmama ab ins Fahrradparkhaus. Dort turnt sie auf einer Leiter in luftiger Höhe durch die Geschosse. Sie durchstöbert systematisch die Taubennester, um den Tieren ihre Eier zu „klauen“.
Damit sie über den „Nestraub“ nicht in Depressionen verfallen, gibt es Ersatz aus Kunststoff!

Betrug an der Taube
Diesen „Betrug an der Taube“ sieht die Taubenmama, die selbst drei Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren hat, kurioserweise als Tierschutz. Sie erklärt den Hintergrund: „Unsere Stadttauben stammen von den Brieftauben ab. Diese wurden so gezüchtet, dass sie sechs- bis siebenmal im Jahr brüten. Das war damals gewollt, denn sie fungierten als wichtige Nutztiere, Fleisch- und Eierlieferanten. Die Menschen machten sich zum Vorteil, dass Tauben immer wieder dorthin zurückkehren, wo sie geboren wurden. Das ermöglichte den Einsatz als ‚Briefträger der Lüfte‘. Daran anknüpfend kann man heute die Taubenpopulation steuern, indem man ihnen Nistplätze in Form eines offenen Taubenschlags anbietet. Dort sind sie problemlos zu überwachen.“

Taubenschlag aus der Stadtkasse?
Susanne Hegewald knüpft mit ihrem neuen Verein „Stadttaubenhilfe Bernau“ dabei an das „Augsburger Modell“ an. Bürgermeister André Stahl ließ sich davon überzeugen.
Jetzt soll ein Taubenschlag am Brennpunkt Bahnhof Bernau errichtet werden. Hat damit die „Taubenplage“ in der Stadt bald ein Ende? Die Taubenmama ist davon überzeugt. Sie hat noch einen weiteren Vorteil im Auge: „Viele stören sich zurecht an dem flüssigen meist grünlichen Kot. Dieser entsteht aber aufgrund von Durchfallerkrankungen. Normalerweise nehmen die Vögel Weizen und andere Körner als Futter zu sich. Dann sind die Hinterlassenschaften fest. Die kleinen Körnchen bewirken keine Verunreinigung oder gar Verätzung von Fassaden und anderen Gebäudeteilen.“ Die Versorgung der Tauben will sie dann so wie jetzt weiterführen. Momentan macht sie das aus der Haushaltskasse: „Das sind so etwa 150 Euro Futterkosten je Monat“, gibt sie Einblick.

Drei Kinder, Beruf und Tiere
Völlig erstaunlich ist, wie Tierfreundin Susanne Hegewald dies zeitlich und organisatorisch bewältigt. Trotz der drei kleinen Kinder arbeitet sie weiter als Rechtsanwaltsfachangestellte in einer renommierten Kanzlei in Berlin-Mitte. Zusätzlich führt sie für Ehemann Marco Gedicke, der eine Baufirma in Falkensee betreibt, das Büro. Dies alles hält die Taubenmama von Bernau nicht ab, zuhause kranke Vögel und andere Fundtiere zu versorgen. Sogar ihr großes Hobby Reiten kommt nicht zu kurz. Dabei war dies ursächlich dafür, dass sie auf die Taube kam: „Als ich ausreiten wollte, fiel mir ein Vogel auf, der einfach nicht davonfliegen wollte. Durch Recherchen kam ich drauf, dass dies eine verletzte Brieftaube ist. Ich nahm sie mit nach Hause. So kam ich mit Doreen Rothe vom Verein ‚Graue Flügel e.V.‘ in Berlin-Friedrichshain in Kontakt. Da ich neugierig war, konnte ich hinter die Taubenproblematik sehen.“

Männerfeindliche Leni
Allerdings hatte sie schon immer ein Faible für Tiere: „Als Kind hatte ich mit meiner Schwester zwei Katzen, Wellensittiche, Hamster und Meerschweinchen. Mehr erlaubten die Eltern nicht. Wir lebten ja in einer Vierraum-Neubauwohnung in Berlin-Hohenschönhausen!“ Jetzt, im Eigenheim, ist mit Windhund Leni noch ein Haustier dazugekommen. „Die stammt aus Spanien. Ihr Besitzer wollte sie nicht mehr haben. Er hat sie ausgesetzt und ihr vorher ein Bein gebrochen, damit sie nicht zu ihm zurück kann“, ist sie erschüttert. Nun haben es bei ihr Einbrecher besonders schwer. Diese sind ja in der Regel männlichen Geschlechts und Leni kann aufgrund der Erfahrung keine Männer mehr leiden. „Dafür schmust sie mit unseren Katzen“, strahlt die Taubenmama.

Erstellt: 2021